Die drei ??? - Geschichte

Anfänge in den USA
Im Jahr 1962, vor mittlerweile 50 Jahren, präsentierte Robert Arthur dem Verlag "Random House" seine Idee für eine Jugend-Krimiserie. Damit der Titel erfolgreicher wird, bat er Alfred Hitchcock, für dessen Fernsehserie "Alfred Hitchcock Presents" er jahrelang als Redakteur gearbeitet hatte, als Schirmherr der Serie aufzutreten. Er war jedoch ansonsten in keiner Weise beteiligt.
Unter dem Namen "Alfred Hitchcock and the Three Investigators - The Secret of Terror Castle" erschien 1964 das erste Buch der amerikanischen Serie. Anfangs schrieb Arthur die Serie allein, doch schon bald schaffte er es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr, die Vorgabe des Verlages, zwei Bücher pro Jahr zu schreiben, zu erfüllen. Deshalb holte er sich drei weitere Autoren mit ins Boot: Dennis Lynds, der unter dem Pseydonym "William Arden" schrieb, Mary Virginia Carey, die ihren Vornamen abkürzen musste, um nicht als Frau aufzufallen, und Kin Platt, dessen Bücher unter dem Pseydonym "Nick West" veröffentlicht wurden. Als Arthur am 2. Mai 1969 seiner langjährigen Krankheit erlag und Platt, Carey und Lynds, später außerdem Marc Brandel, die Serie allein weiterführten, war die Serie finanziell gesehen noch kein großer Erfolg. Doch der sollte noch folgen.
Die ersten Schritte in Deutschland
Denn kurz vor Arthurs Tod, im Jahr 1968 erschien auch in Deutschland die erste Folge: Der Verlag "Frackh" (später "Franckh Kosmos", heute "Kosmos") veröffentlichte "Die drei ??? und das Gespensterschloss". Gut 10 Jahre später, am 12. Oktober 1979 erschienen die ersten sechs Folgen als Hörspiel bei EUROPA, drei weitere folgten nur zweieinhalb Wochen später.
Niedergang in Amerika
Am 29. April 1980 starb Alfred Hitchcock. Der Verlag der Three Investigators, Random House, nahm das zum Anlass, ihn komplett aus den Büchern zu verbannen. Denn zuvor hatten die Autoren in jeder Folge ein Vorwort unter seinem Namen geschrieben, und auch aus dem Titel verschwand der Name. Dies sollte sich jedoch als Fehler erweisen: Bald verlor die Serie ihren einstigen Erfolg.
Find Your Fate & Crimebusters
Random House wollte die Serie aber nicht einfach aufgeben. Deshalb erschienen ab 1985 "Find Your Fate"-Folgen (dt. "Finde Dein Schicksal") der Three Investigators. Dafür angagierte Random House drei neue Autoren: Das Ehepaar Megan und H. William Stine sowie Rose Estes. In der Serie entschieden die Leser selbst über den Verlauf der Geschichte, indem sie Entscheidungen über das weitere Vorgehen fällten, ähnlich wie bei der Dr3i-Folge Hotel Luxury End. Diese Versuche waren jedoch nicht sehr erfolgreich, sodass die Serie schon nach acht Folgen, von denen allerdings nur vier von den Three Investigators handelten, wieder eingestellt wurde.
Der letzte Versuch der Wiederbelebung waren dann die Crimebusters-Episoden. Diese haben sich im Wesentlichen durch das Altern der drei Detektive von den vorherigen Folgen unterschieden: Sie waren jetzt nicht mehr 12, sondern 16 Jahre alt und durften dementsprechend Auto fahren und hatten Freundinnen. Doch auch dieser Versuch blieb erfolglos, sodass er nach 2 Jahren und 11 Folgen aufgegeben wurde und 1990 mit "Fatal Error" (Angriff der Computerviren) der letzte Fall der drei Detektive erschien. Die Entscheidung fiel letztlich dann doch sehr plötzlich, die Folgen "Brain Wash" und "High Strung" wurden, obwohl sie fertig waren, nicht mehr veröffentlicht.
Deutsche Fälle
In Deutschland unterdessen war die "drei ???-Serie weiterhin ein Erfolg. Nach "Gefahr in Verzug" entschloss man sich, eine eigene Autorin zu engagieren: Brigitte-Johanna Henkel-Waidhofer schrieb 16 Folgen, ehe sie 1997 von André Marx, Ben Nevis und André Minninger abgelöst wurde, später schrieb auch Katharina Fischer ein Buch.
Im Jahr 2001 erschien der sehr erfolgreiche Dreiteiler "Toteninsel" als Buch und Hörspiel. 2002 ging die Hörspielserie dann auf Tournee - auch die wurde ein Riesenerfolg, sodass man sich 2003 zu einer Fortführung entschied. In diesem Jahr stieg auch Marco Sonnleitner als Autor bei den drei Fragezeichen ein. 2004 führte die Hörspiel-Crew die erste Hörspiel-Folge "und der Superpapagei" von 1979 in einer neuen Version vor über 12.000 Zuschauern in der Color Line Arena in Hamburg vor.
Rechtsstreit
Afang 2005 gab EUROPA bekannt, die drei ??? würden eine kreative Pause einlegen. Doch schon bald wurde bekannt, dass die Pause eigentlich durch einen Rechtsstreit mit Kosmos bedingt war, EUROPA war es nicht gelungen, die Lizenzverträge zu verlängern, und so konnten nicht nur neue Folgen wie der im Herbst 2005 erschienene Dreiteiler "Feuermond" nicht veröffentlicht werden, sondern auch alte Folgen mussten nach und nach vom Markt genommen werden.
Um die entstandene Lücke zu füllen, veröffentlichte EUROPA die Serie "DiE DR3i". Dafür hatte sich EUROPA eigens die Rechte an der amerikanischen Serie von der Tochter Robert Arthurs gekauft. Ob diese jedoch die Rechte innehielt, war nicht klar, nach Auffassung des Kosmos-Verlags lagen diese bei der Universität Michigan. Bevor ein Gericht über den Fall entscheiden konnte, einigten sich Kosmos und Europa jedoch, sodass am 04. 04. 2008 nach über drei Jahren Pause wieder Hörspiele der drei ??? veröffentlicht werden konnten. "DiE DR3i" wurden daraufhin eingestellt.
Rekordjagd
Nach der Einigung ging die Erfolgsgeschichte der erfolgreichsten Hörspielserie der Welt weiter: Mit einem Auftritt in der Kölner Lanxess-Arena während der Jubiläums-Tour erzielte sie am 5. November 2009 einen Eintrag in das "Guinnes Buch der Rekorde". Nie zuvor hatten sich 11.183 zu einem Live-Hörspiel versammelt. Der Rekord sollte nicht lange halten, schon am 21. August 2010 schlugen die drei ??? sich selbst. 15.211 Zuschauer sahen die letzte Aufführung der Tournee auf der Berliner Waldbühne.
Und auch die Bücher sind weiterhin sehr beliebt. So werden mittlerweile einige der Folgen ins Englische übersetzt - allerdings nicht zur Veröffentlich in den USA, sondern als Lernhilfe für Schüler, und die Folge "Der Fluch des Drachen" wurde unter dem Titel "De Tribus Investigatoribus et Fato Draconis" sogar auf lateinischer Sprache veröffentlicht.
Design-Grafik